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Experience Ghana
Willkommen bei Experience Ghana!
Am 31. Mai 2010 erreichte mich eine E-Mail von Martin Paulsen. Er ist erst seit kurzer Zeit Mitarbeiter der Organisation “Experiment e.V.”, über die ich meinen Freiwilligendienst in Ghana absolviert habe. In seiner Mail forderte er von mir, einige Ausagen umgehend aus dem Netz zu nehmen, da sonst rechtliche Schritte eingeleitet werden würden.
Herr Paulsen reichte diese Mitteilung außerdem per Kommentar zu dem Artikel “Syto Ghana – Die große Abzocke” ein. Weil ein Kommentar damit üblicherweise weltweit öffentlich zugänglich ist, darf ich mir erlauben, ihn an dieser Stelle zu zitieren:
Experiment e.V.:
In sehr diffamierender Weise äußerst Sie Sich über einen lokalen Mitarbeiter unserer Partnerorganisation Syto Ghana, der Ihnen offensichtlich unsympathisch ist [...] zudem erlauben Sie sich, einen Menschen namentlich schlecht zu reden. die sehr beleidigend ist. Wir können nicht ausschließen, dass besagte Person ebenfalls rechtliche Schritte gegen sie einleiten wird.
Meine Antwort:
Alle von mir in dem damaligen Artikel geschriebenen Fälle sind wahr. Und ob ich eine Person nun mag oder nicht, darf ich hoffentlich noch alleine entscheiden. Wichtiger wäre es, meinem Hinweis auf diesen Mitarbeiter nachzugehen.Experiment e.V.:
Sie kritisieren ferner, dass Sie während Ihrer Zeit im Projekt nicht mit anderen Menschen zusammen waren, mit denen Sie „normal“ hätten Reden können. Allein im entfernten Tamale habe es „einige andere Europäer“ gegeben. Eine Differenzierung in „normale“ und „nicht-normale“ Unterhaltungen liegt uns fern. Insbesondere von einer Differenzierung in normale Europäer und nicht-normale Ghanaern und die rassistischen Implikationen distanzieren wir uns in aller Deutlichkeit. Wie schade, dass Sie keinen Zugang zu den gastfreundlichen Ghanaern finden konnten! Fast allen Freiwilligen gelingt es, die Zeit im Ausland zu nutzen, um neue Freundschaften zu knüpfen.
Meine Antwort:
In meinem Beitrag schrieb ich, dass es nicht einfach war, auf Dauer ein normales Gespräch mit den Einwohnern des Dorfes in Nord-Ghana zu führen. Wie denn auch? Die meisten der Personen, mit denen ich im Dorf Kontakt hatte, hatten ihr Dorf nur wenige Male verlassen, sicher können Sie sich vorstellen, dass es nach einiger Zeit nicht einfach war, Gesprächsstoff zu finden.
Sie unterstellen mir in Ihrem Brief, rassistische Inhalte zu verbreiten. Ich fordere Sie hiermit auf, diese Aussage umgehend zurückzuziehen und erwarte eine Entschuldigung von Ihnen.Experiment e.V.:
Bei Ihrem Wunsch das Projekt zu wechseln, wurde diesem Wunsch nicht umgehend entsprochen. Wie wir auch auf unseren Vorbereitungsseminaren verdeutlichen, ist uns von Experiment e.V. wichtig, dass die Freiwilligen gewillt sind, ihre Bequemlichkeitsgrenze zu überschreiten und ihre Persönlichkeitsgrenze kennenzulernen. Aus diesem Grund ist auch ein Projektwechsel kein selbstverständlicher Teil des Freiwilligendienstes, wenn nicht triftige Gründe vorliegen.
Meine Antwort:
Sie scheinen keine Vorstellungen von dem Projekt und der Region, in der ich rund 7 Monate lang lebte, zu haben.
Ansonsten wüssten Sie, dass es dort keinen Strom und kein fließendes Wasser gibt, dass man in der Trockenzeit (In der Regenzeit unberechenbar) rund 4 – 5 Stunden bis nach Tamale untwegs ist und dass es möglich ist, dass die Sandstraße in das Dorf teilweise unpassierbar ist und somit weder Betreten noch Verlassen mit einem motorisierten Verkehrsmittel durchführbar ist. In dem Waisenhaus-Projekt war ich über längere Zeit der einzige Betreuer der rund 20 Kinder und Sie behaupten, dass ich einfach hätte meine Bequemlichkeitsgrenze überschreiten sollen?Auch meine Mutter hat auf die Post der Organisation reagiert und Herrn Paulsen eine E-Mail geschrieben – Die Antwort darauf enthielt nur wenig hilfreiche Floskeln und zeigt, dass die Organisation gar kein Interesse hat, etwas zu ändern.
Der Beitrag wurde nun teilweise entschärft, um weiteren Streit zu vermeiden. Experiment e.V. scheint das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht allzu ernst zu nehmen.
Meiner Meinung nach sollte man sich für einen Freiwilligendienst im Ausland eine andere Organisation suchen. Ich bin von Experiment e.V. maßlos enttäuscht.2.3.2011: Alle Beiträge sind ab sofort wieder online. Eine Entschuldigung habe ich bis heute nicht von Experiment e.V. erhalten, welche mir unterstellt, “Rassistische Implikationen” auf dieser Website zu verbreiten. Dies macht mich noch heute sehr wütend.

