Experience Ghana
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Syto Ghana – Die große Abzocke
Geschrieben am 5. Juni 2010 4 KommentareRund 3000 Euro kostet ein einjähriger Freiwilligendienst bei Syto Ghana – und das ohne Flug und Umkosten. Das Geld fließt direkt an Syto und seine europäischen Partnerorganisationen.
“Syto” steht für “Student & Youth travel organization” also eine Studenten- und Jugendreiseorganisation. In Deutschland arbeiten u.A. Experiment e.V. und Travelworks mit ihr zusammen.Sucht man im Internet nach der Organisation findet man wenig hilfreiches Material – Es wird Zeit, an dieser Stelle mal zu schreiben, wie Syto so mit ihren Freiwilligen umgeht.
Beginnen wir ganz am Anfang: Wer als Freiwilliger nach Ghana kommt, erhält zuerst 5 Tage Einführung, angeblich zur “Orientierung und Gewöhnung an das neue Land”. Während dieser Zeit wird man in das “Pink Hostel” in der Asylum Down in Sechsbettzimmern untergebracht. Diese Zimmer befinden sich (Stand: März 2010) in einem sehr schlechten Zustand: Dreckige Bettwäsche, defekte oder fehlerhafte Klimaanlagen, schmutzige und teilweise nicht funktionierende Sanitäranlagen usw…
Das Hostel gehört übrigens zu Syto, sie betreibt das pinke Grauen. Wer allerdings nach der Einführungswoche aus welchen Gründen auch immer noch einmal in diese Herberge zurück möchte, zahlt trotzdem den vollen Preis (12 – 35 Euro/ Nacht je nach Zimmer).Wer bei der Einführungswoche genauer hinschaut, merkt, dass es sich eigentlich mehr um eine Verkaufsveranstaltung handelt: Man bekommt Sim-Karten des Handynetzes MTN mit dem Kommentar “Die braucht ihr” in die Hand gedrückt und zahlt statt dem üblichen Straßenpreis von weniger als einem Euro mindestens das dreifache an die Organisation, man trommelt und tanzt in der Gruppe und soll direkt danach für rund 30 Euro gleich eine Trommel bestellen, man fährt mit einem Syto-Mitarbeiter in eine Apotheke und soll dort Antiseptikum und Moskitonetze kaufen und auch das Restaurant, zu dem es an Dienstagen geht, ist immer das Gleiche.
Es gibt noch mehr Beispiele, aber ich denke, ich muss den Zweck der Kaffefahrt Vorbereitungswoche nicht weiter veranschaulichen.Nach der Vorbereitungswoche geht es dann zu den Projekten, jenachdem wo es hingeht, wird man in einen STC-Bus (Immerhin) gesetzt und am Ziel wie z.B. Kumasi oder Tamale von dem lokalen Syto-Mitarbeiter abgeholt. In meinem Fall war es in Tamale.
In Tamale kamen wir damals im August 2009 abends mit dem STC-Bus an. Razaak von Syto begrüßte uns und ein weiterer Mann, der sich als Syto-Mitarbeiter ausgab, nahm unsere Koffer und verlangte dafür später Trinkgeld, Razaak interessierte sich dafür nicht.
Es gibt Menschen, die kann man schon nicht leiden, auch wenn man sie nur kurz gesehen hat. Dazu gehört in meinem Fall auch unser “Local Coordinator” meiner Organisation in Tamale. Wenn man ihn trifft und ihm erzählt, dass es einem momentan nicht ganz so gut geht, beteuert er mehrmals, wie leid es ihm tut – das immer mit einem kleinen, hämischen Grinsen in den Mundwinkeln. Bittet man ihn, Bustickets zu besorgen, bekommt man die auch, allerdings erfährt man dann später hin und wieder mal, dass man dem Mann das doppelte des normalen Preises gezahlt hat.
Alleine über diesen Mann kenne ich mindestens ein Dutzend Geschichten von anderen Freiwilligen, über die man nur den Kopf schütteln kann. Ich erspare sie euch.
Ich selbst war für rund 8 Monate in Kpasenkpe, dem kleinen Dorf, welches rund 4 – 5 Stunden von Tamale entfernt ist. Er besuchte mich während dieser Zeit genau einmal für etwa 5 Minuten. Er hatte einen Fragebogen, den er an das Syto-Büro nach Accra schicken sollte und diktierte mir genau, was ich ausfüllen sollte: So stand dann am Ende im Fragebogen, dass alles prima wäre, Razaak für 1,5 Stunden bei mir gewesen sei und mindestens vier Themen, über die wir gesprochen hätten.
Interessant ist auch, dass ich für mehr als drei Monate der einzige Freiwillige im Dorf und somit der einzige Betreuer im Waisenhaus war – Bereits nach einer Woche habe ich dringend darum gebeten, wenigstens noch einen anderen Volunteer in meine Gastfamilie und mein Projekt zu bekommen. War ich nämlich im Dorf, war ich komplett alleine und hatte Niemanden, mit dem ich hätte normal reden können. Bin ich ein paar Tage nach Tamale gefahren, wo es einige andere Europäer gibt, waren die Kinder im Waisenhaus komplett auf sich selbst gestellt – ein ungeheurer Druck.
Syto versicherte mir mehrmals, dass sehr, sehr bald ein anderen Freiwilliger kommen würde, das war allerdings nicht der Fall – Wie bereits erwähnt: Drei Monate hat es gedauert, dann kam der Holländer Joreth.Auch bei dem Projektwechsel wurden mir mehrmals Steine in den Weg gelegt: Für Syto ist ein Wechsel der Gastfamilie und des Projektes einfach nur nervige Mehrarbeit, an der man nichts verdienen kann. Daher wurde der Wechsel erst einmal künstlich herausgezögert. Wochenlang wusste ich nicht, ob und wann ein Wechsel möglich wäre – am Telefon wurde ich nur immer vertröstet. Dann hieß es irgendwann, ich würde in Kürze in Akim-Oda arbeiten und bekam die neuen Projektinformationen.
Kurz darauf besuchte mich auch mein Vater in Accra, mit ihm bin ich dann zum Syto-Büro gefahren, um noch einige Unklarheiten zu beseitigen. Als mein Vater drohte, dass ich abbrechen würde, sollte Akim-Oda wörtlich “Mist” sein, kippte die Organisation nochmal Akim-Oda und schickte mich nach Akwatia.
Ich bekam also wieder neue Projektinformationen auf drei Din-A4-Seiten, die sich aber fast alle als falsch herausstellten. Es gab zwar z.B. wie dort angegeben einen Fernseher, einen Kühlschrank und ein Wohnzimmer, allerdings nicht zugänglich für uns Freiwillige. Fließendes Wasser gab es prinzipiell auch, allerdings für gewöhnlich nur tropfenweise in den frühen Morgenstunden.Das alles waren ein paar Geschichten über die Organisation, welche mir spontan während dem Schreiben eingefallen sind. Es gäbe einige mehr, aber ich denke, es ist deutlich: Verlässt man sich auf Syto, ist man verlassen.
Warum ich erst jetzt davon erzähle? Mir war das Risiko zu groß, dass die Organisation mich sabotiert. Es gäbe dafür nämlich viele Möglichkeiten: Mich alleine im Dorf versauern lassen, den Projektwechsel erschweren usw…
Syto traue ich solche Maßnahmen nämlich zu.Ich bin mir im klaren darüber, dass ich hier sehr schwere Vorwürfe gegen Syto und Experiment e.V. erhebe, kann dies aber guten Gewissens tun, denn all das Geschriebene ist leider wahr.
Bis bald,

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Die Rückkehr
Geschrieben am 15. Mai 2010 1 KommentarEs ist noch nicht lange her, da fuhr ich zu einem verhältnismäßig günstigem Preis von der “Asylum Down”-Gegend in Accra zum Kotoka International Airport.
Weil ich viel zu früh war, ging ich in das Restaurant “The Garden”, welches zumindest im Außenbereich steinharte Stühle anbietet. Die Preise waren stark gehoben (Flughafenpreise), deswegen waren dann doch nur eine Flasche Voltic-Wasser und zwei Frühlingsrollen drin.
Nach ein paar Stunden warten ging ich dann in das Flughafengebäude, schon beim Einlass wurde auf Tickets kontrolliert. Beim Check-In herrschte mal wieder ein gigantisches Chaos, die Gepäckbänder waren ausgefallen, somit musste es per Hand weggeschafft werden, was natürlich Ewigkeiten dauert. Danach ging es an der defekten Rolltreppe vorbei in das erste Stockwerk, wo die Passkontrollen stattfinden. Doch dann geschah plötzlich etwas Unerwartetes: Der Strom viel aus – an einem internationalen Flughafen. Trotz Dunkelheit gingen die Passkontrollen dann mit Taschenlampe weiter. Weil der Einreisedienst vergessen hat, einen Stempel in meinen Reisepass einzufügen, gab es an dieser Stelle erstmal Probleme. Der Beamte forderte wütend “Gib mir 40 Cedi”. Ich wies ihn darauf hin, dass der Fehler vom Einreisedienst ja wohl nicht mein Fehler sei, er wurde noch einmal wütender und forderte wieder “40 Cedi”.
Nach weiteren Diskussionen kam ein Kollege von ihm, der ihn dann doch noch überreden konnte, mich in Ruhe zu lassen. Kurz darauf war auch wieder der Strom zurück
Nach zwei weiteren Stromausfällen in einer Stunde ging es dann zum Gate. Wieder wurde der Pass kontrolliert und wieder gab es die gleiche Diskussion. Als ich das Handgepäck, meine Jacke und meine Schuhe nach dem Durchleuchten vom Band holen wollte und ich nach den Schuhen griff, schlug ein neuer Beamter meinen ausgestreckten Arm herunter und zerrte mich zur Seite. Wenig sanft wurde ich dann noch abgetastet. Wenig später ging es dann auch vom Gate (Ein Eisschrank) zum Bus und zum Flugzeug.
Der Egypt-Air-Flug nach Kairo war diesmal nur zu etwa einem Drittel ausgebucht, wir sollten uns alle möglichst nach vorne setzen und wurden nicht einmal vor dem Start zu den Toiletten gelassen. In Kairo gab es dann erstmal einen Burger, den ich allerdings nur halb aufessen konnte – zu diesem Zeitpunkt war ich eben noch nicht ganz gesund.
Einen Tag vor der Flughafensperrung in Frankfurt kam ich dann pünktlich in Deutschland an – Glück gehabt.Im nächsten Beitrag erfahrt ihr über die Machenschaften der Organisationen Syto und Experiment e.V., bisher konnte ich nicht alles über sie schreiben. Warum genau, auch das gibt’s dann demnächst.
Bis bald aus dem ZDF,

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Mein aktueller Gesundheitszustand
Geschrieben am 6. Mai 2010 Keine Kommentare(Tatsächlich am 26. April geschrieben)
Auf der Rückreise aus Ghana ist viel passiert. Aber mein aktueller Gesundheitszustand wird momentan für die meisten Besucher wohl interessanter sein, deswegen komme ich im nächsten Beitrag dann zu meiner Rückkehr.
In letzter Zeit war ich fast häufiger beim Arzt, als im Wohnzimmer. Es wurde ein großes Blutbild angefertigt, ein Ultraschall gemacht, auf Malaria und HIV getestet und Urin sowie Stuhl untersucht.
Während der Ultraschall aufzeigte, dass meine Milz stark vergrößert ist, fielen alle anderen Tests unauffällig aus: Ich habe weder Malaria, noch HIV und schon gar keine Würmer im Körper. Die vergrößerte Milz spricht dafür, dass ich in letzter Zeit einige Infektionen überstanden habe.
Mir geht es soweit auch wieder ganz gut. Zwar wird es noch einige Zeit dauern, bis ich wieder 50 Kilometer Rad an einem Tag fahren kann oder bei 24 Grad Celsius ohne Pullover nach Draußen gehe, aber ich bin auf dem richtigen Weg, mich wieder in Deutschland einzuleben.
Es scheint also im Moment nichts dagegenzusprechen, dass der Start beim ZDF von meiner Seite aus problemlos funktionieren wird.Im nächsten Artikel geht es dann um Fehler des “Ghana immigration service”, um dunkle Flughäfen und um merkwürdige Airlines.
Soviel sei schon mal gesagt: Der Aschewolke bin ich noch rechtzeitig entkommen.Bis bald,

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Bald geht`s weiter…
Geschrieben am 1. Mai 2010 2 Kommentare… Und zwar mit interessanten Infos über meine Rückreise, ihr erfahrt, ob mich die Aschewolke verschluckt hat, was an einem internationalen Flughafen eigentlich nicht passieren sollte und was meine Organisation noch so alles vermasselt hat.
Das alles in den nächsten Tagen bei Experience Ghana!
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Ich ziehe die Notbremse
Geschrieben am 7. April 2010 12 KommentareAuch wenn ich im Weblog nie ein Wort über eine vorzeitige Rückreise verloren habe, war ich seit einiger Zeit dabei, eine Alternative für die Restzeit in Ghana zu finden. Weil ich Ghana als Freiwilligendienst für den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife anrechnen lasse, brauche ich im Falle einer vorzeitigen Rückkehr umgehend Ersatz. Heute kam dann die erhoffte E-Mail: Das ZDF in Mainz bietet mir einen Praktikumsplatz im Bereich “Sendeabwicklung” an. Das bedeutet, dass ich Ghana nun verlassen kann. Mein EgyptAir-Flug über Kairo startet am kommenden Mittwoch, somit komme ich am Donnerstagmittag in Frankfurt an.
Somit verlasse ich Ghana etwa drei Monate früher als geplant. Ich wäre gerne noch geblieben, aber mein Immunsystem ist schon seit längerer Zeit zerschossen und ich komme gesundheitlich nicht mehr auf den grünen Zweig. Ich sehe mittlereile aus, als hätte ich gerade erst den Holocaust miterlebt.
Schon seit einiger Zeit gibt es in der Familie und dem Freundeskreis eine immer wachsende “Anti-Ghana-Fraktion”. Vielen wird dieser Beitrag also gefallen. Es gab im Laufe meiner Ghana-Zeit immer wieder Momente, an denen ein Abbruch naheliegend war, aber ich wollte kämpfen. Oft habe ich im Blog auch kein Wort über schlechte Ereignisse verloren, Krankheiten verharmlost oder ganz verschwiegen, weil ich Niemanden übermäßig beunruhigen wollte. Wenn es allerdings um bleibende Gesundheitsschäden geht, die möglicherweise bald erscheinen würden, ist mir das Risiko doch zu groß, da muss ich leider passen.
Zurückbleiben wird der bittere Beigeschmack bleiben, in der “Experience Ghana” versagt zu haben.Bis bald,

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Video: Das Krankenhaus
Geschrieben am 5. April 2010 3 KommentareMomentan geht es scheinbar gesundheitlich wieder bergauf, zumindest konnte ich heute arbeiten. Ich wurde zwar zwei Stunden früher als gewöhnlich nach Hause geschickt, weil man mir die schlechte Gesundheit angesehen hätte, aber wie gesagt: Ich war wieder arbeiten!
Am Ostermontag war das Krankenhaus ziemlich leer, die Gelegenheit habe ich genutzt, um ein paar Bilder vom St. Dominic Hospital zu erstellen. Anbei das Video:Ihr hört von mir -Bis demnächst,

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Ich werde heiraten
Geschrieben am 1. April 2010 6 KommentareEinige Besucher wird dieser Beitrag mit Sicherheit überraschen, aber ich habe mich dazu entschieden, ihn heute zu veröffentlichen.
Seit November kenne ich eine Frau in Accra, mit der ich auch ziemlich schnell zusammenkam. Anfangs war es ein bisschen problematisch, weil ich ja noch in Nordghana gearbeitet habe, aber weil ich jetzt nur noch wenige Stunden von Accra entfernt bin, hatte ich die Möglichkeit, sie besser kennenzulernen. Seit letztem Wochenende sind wir auch verlobt. Unsere Hochzeit ist für den 25. April in der Presbyterian Church of Ghana im Stadtteil Adabraka angesetzt. Es gibt also nur eine relativ kurze Verlobungsphase, aber sie wollte es gerne so.
Bald werde ich auch ein Bild meiner Verlobten einstellen, sie ist 36 Jahre alt und kommt aus einem eher schlechten Stadtteil Accras. Sie wohnt dort zusammen mit ihren Eltern und 8 Geschwistern. Seit längerer Zeit ist sie arbeitslos. Trotzdem kann ich mir sicher sein, dass sie mich liebt – Man merkt es einfach.
Weitere Zukunftspläne sind noch nicht geschmiedet, allerdings könnte ich durch die Heirat die ghanaische Staatsbürgerschaft beantragen und hätte somit auch eine Arbeitsgenehmigung in Ghana.
Weitere Informationen werden folgen!Einen guten Start in den April wünscht

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Weiterhin: “Diagnose: Unbekannt”
Geschrieben am 31. März 2010 2 KommentareGestern war ich nur kurz im Krankenhaus, nach dem obligatorischen Gespräch mit dem Arzt sollte ich in das Labor gehen, um eine Stuhl- und Blutprobe abzugeben. Das Labor hatte allerdings schon geschlossen, daher sollte ich heute am Morgen die Stuhlprobe mitbringen und außerdem ein bisschen Blut dortlassen. Gesagt, getan: Als das Ergebnis fertig war, ging es wieder zum Arzt. Er konnte mir leider nur sagen, dass mir das Krankenhaus auch nicht helfen könne, Blut und Stuhl seien unauffällig. Ich bekam deshalb nur Elektrolyten und ein neues Antibiotikum.
Es ist nicht gerade beruhigend, ohne Diagnose entlassen zu werden.Bis demnächst,

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Weiterhin krank
Geschrieben am 30. März 2010 6 KommentareErst einmal entschuldigung, dass in den letzten Tagen kein neuer Beitrag kam – Aber wenn man krank ist, fallen einem die leichtesten Dinge schwer, wie z.B. das Schreiben eines neuen Artikels.
Leider hat sich in den letzten Tagen nicht viel an meinen Magen-Darm-Problemen geändert: An dem Tag nach meinem Krankenhausbesuch bekam ich jeweils 40 Paracetamol und ein Antibiotikum, von denen ich wiederum jeweils 6 Tabletten täglich schlucken sollte. Seit letzten Freitag muss ich das Antibiotikum allerdings jedes Mal erbrechen, wenn ich es einnehmen wollte, ich vertrage es also nicht mehr. Deswegen werde ich gleich wieder in das Krankenhaus gehen und weitere Tests veranlassen. In meinem Patientenordner steht nämlich bisher: “Diagnose: Unbekannt”.
Außerdem gibt es noch eine schlechte Neuigkeit: Laura, die gleichzeitig mit mir nach Akwatia kam, musste wegen gesundheitlichlicher Probleme abbrechen. Schon vorgestern ging ihr Flug zurück nach Deutschland. Sie hat ähnliche Magenprobleme wie ich gehabt. Sie war somit nur drei Wochen in Ghana.
Aber es gibt noch Volunteers, die noch mehr Pech in Afrika hatten: So wurden vor kurzem in einer Küstenstadt zwischen Accra und Cape Coast zwei weibliche Volunteers vergewaltigt, außerdem sitzen hier in Akwatia gerade zwei Deutsche im Gefängnis: Sie bekamen wegen Drogenbesitz ein dreimaliges “Lebenslänglich”.
Ich werde jetzt erstmal meine Sachen packen, meinen MP3-Player aufladen und noch etwas essen – Denn der heutige Tag im Krankenhaus verspricht, lang zu werden!Bis in Kürze,

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“Eine einfache Krankmeldung”
Geschrieben am 24. März 2010 4 KommentareDas Krankmelden in dem St. Dominic Krankenhaus in Akwatia ist gar nicht so einfach: Seit Freitag war ich nicht mehr Arbeiten, weil ich am Wochenende in Accra schmerzhaft erfahren musste, dass Käse sich ungekühlt nicht so lange hält. Seitdem hatte ich heftige Magenschmerzen und Durchfall. Heute bin ich dann gegen 13 Uhr zum Schwesternadministrator gegangen, um ihn noch kurz zu informieren. Er meinte, ich müsste unbedingt einen Arzt sehen und hat mit mir die Anmeldung durchgeführt. Außerdem hat er an meinen Patientenordner einen Vermerk geheftet, dass ich bevorzugt behandelt werde. Sehr praktisch, so konnte ich im Warteraum die Schlange von rund 50 Personen überspringen. Nach einem zehnminütigen Gespräch mit dem Arzt sollte ich dann zum “Casuality Ward” (Zur Verletzenstation) gehen, um einen Bluttest zu machen und eine Infusion zu bekommen.
Dort bekam ich (Nicht in einem 12-Bett-Zimmer wie die Anderen, sondern im eigen Zimmer mit eigenem Bad) dann allerdings doch vier verschiedene Infusionen, 1,4 Liter Elektrolyten, vier Paracetamol und zwei Antibiotika-Tabletten. Nachdem der Pfleger bei der dritten Infusion durch den Schlauch beinahe Luft in meine Ader gelassen hat (Ich habe es noch rechtzeitig bemerkt), habe ich mir die Letzte dann doch lieber selbst gegeben. Gegen 16 Uhr sind dann alle Infusionen fertig gewesen, allerdings musste ich bis 21 Uhr warten, damit ein Arzt kam, mir sagte, dass die Blutwerte in Ordnung seien, ich keine Malaria habe und ich nun gehen könnte. Zwischenzeitlich haben mich zwei Schwestern von der Kinderstation, die anderen zwei Deutschen Volunteers und meine Gasteltern besucht. Meine Gastmutter brachte mir auch Essen und hat für meine Gesundheit gebetet.
Fazit: Ich habe acht Stunden mehr oder weniger sinnlos im Krankenhaus verbracht, das nächste Mal kann ich daher auch arbeiten gehen. Allerdings können die Elektrolyten ja auch nicht schaden.
Morgen muss ich dann noch das Antibiotikum abholen, weil die Apotheke heute schon zu hatte.
Ich versuche wirklich, bis zum nächsten Beitrag noch ein paar Bilder zu erstellen – Heute fühlte ich mich dann doch nicht so nach Fotografieren.
Bis bald,
Tobias Kloy

