Experience Ghana

Dein Ghana-Weblog – Erlebe Afrika von Deinem Schreibtisch aus!
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  • Gastbeitrag: Besuch bei Tobi (Teil 2)

    Geschrieben am 20. März 2010 admin Keine Kommentare

    Ein Gastbeitrag von Werner Wick.

    Tag 3 Montag Accra
    Wir versuchen ein Auto für einen Ausflug in den Kakum Nationalpark zu mieten. Aber am Ghanischen Unabhägigkeitstag ist die Autovermietung geschlossen. Wir beschließen den Nachmittag am Pool zu verbringen. In der irren Hitze einfach nur relaxen und uns Unterhalten. Am Abend ist Tobis Luxusitaliener angesagt. Als wir in einer recht dunklen Ecke Accras ankommen sind wir zu früh. Also um die nächste dunkle Ecke und in den Koala Einkaufsmarkt. Hier können sich reiche Ghanaer und Europäer mit Importwaren eindecken – Aber zu astronomischen Preisen. Zurück durch das geschäftige Treiben im dunklen Stadtviertel zum Italiener. Feiertag, es ist also zu. Tobi kennt auf der Straße gegenüber einen Chinesen der gute Pizza hat. Nach einer Ewigkeit kommt meine Pizza der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Nach der Hälfte der Pizza und zwei Hühnchen knochen (!!??) gebe ich auf .Der Kellner verzieht keine Miene als er die Knochen mitnimmt. Dann endlich kommt auch Tobis Pizza. Noch nicht einmal die Hälfte schafft er dann bricht er wegen der geschmacklichen Entgleisung ab. Wir stolpern zu Straße und fangen ein Taxi zum Hotel, beenden den Abend am Pool wo uns aufmerksame Augen erwarten. Nach einer geschnorrten Zigarette ist der Dame dann doch klar dass bei Vater und Sohn kein Geschäft zu machen ist. Aber was soll`s. Wenig später nach einem Besuch an der Bar klappt es doch noch, sind ja genug Männer da.

    Tag 4 Dienstag Accra
    Die Stadttaxis fahren nicht aus Accra hinaus. Als kommen wir nicht weg. Wir mieten also erst mal ein Auto mit Fahrer für Mittwoch. Dann fahren wir zur „Syto“. Tobi soll in ein neues Projekt im Osten Ghanas. Es ist die Rede von Akim Oda. Beim Betreten des Hauses fällt sofort auf, dass dieses Gebäude nicht für einen Normalverdiener in Ghana gebaut wurde. Uns empfängt Tina, kein Schneeflöckchen, in der Tat.
    Big Mama erklärt Tobi wo es hingeht. Mein Einwand dass Tobi jetzt monatelang allein im Busch gelebt hat und ich ihn mit nach Hause nehme, wenn sie ihn wieder ins Desert schickt, gab ihr irgendwie zu denken. Tina kippt Akim Oda. Vier Stunden später steht dann fest, Tobi soll nach Akwatia, dort sollen mehrere Volontäre stationiert sein. Ein weiterer Versuch beim Luxusitaliener scheitert, da heute Ruhetag ist. Wir lassen uns mit dem Taxi in die Shopping Mall Accras bringen. Im Supermarkt gibt es alles, was man braucht. Von Axe Duschgel bis zur Bratwurst. Das ganze auch noch zu (für uns) normalen Preisen. Den Tag beschließen wir mit einem Abendessen im Hotel.

    Tag 5 Kakum Nationalpark
    Mit ca. 50 km Entfernung eigentlich kein Thema für einen Tagesausflug. Der Fahrer ist um 10.00 Uhr pünktlich. Stau in Accra. Dann Racing Driver auf de Landstraße. Etliche Male bricht er Überholvorgänge ab, die er vor Kuppen oder Kurven eingeleitet hat. Schwitzen im klimatisierten Wagen. Die Fahrt dauert fast vier Stunden, so das wir gerade noch zum letzten Rundgang im Park ankommen. Denn um 15.30 Uhr ist Feierabend.
    Wie nicht anders zu erwarten war, hat Tobi gerade diesen Park ausgesucht. Die Attraktion in diesem Park sind Hängebrücken. Sieben mal 50 m, 30m hoch in den Gipfeln der Urwaldriesen. UND ICH LEIDE AN HÖHENANGST. Erst geht es über Stock und Stein den Berg hinauf bis zum Einstieg. Wir waren eine Gruppe von 8 Personen und einem Ranger. Da es jetzt kaum ein Zurück mehr gab betrat ich die schmale Brücke, Tobi hinter mir. Ich bin mir sicher: ER HAT GESCHAUKELT. Mit geradem Blick nach vorne, die nächste Plattform fest im Auge, ohne zu schaukeln von Brücke zu Brücke. Von den Plattformen wage ich auch mal den Blick nach unten. Am andern Ende des Trails ist mein Hemd klitschnass. Die Luftfeuchtigkeit? die Hitze? nein: ANGST. Auf dem Rückweg überlegen wir, ob wir uns Akwatia ansehen sollten. Ist ja nur eine Stunde zwanzig. Laut „SYTO“. Als der Chef vom Fahrer anruft und für den „kleinen“ Umweg noch mal 50% Aufschlag fordert, geben wir verärgert den Plan auf.
    Wir fahren zurück nach Accra. Auf der Straße stehen Hinweisschilder in roter Farbe: “Overspeeding  kills – 70 persons died here!” dann eins mit 12 Persons dann ,6,32…….Bei der Fahrweise nicht verwunderlich Auch die Rückfahrt endet im Stau. Am Abend im Monsoon esse ich ein riesiges fantastisches T-Bone Steak .Tobi schafft seine 34 Sushiröllchen nicht.

    Tag 6 Abreise
    So schnell vergeht die Zeit… Wir checken aus und geben unser Gepäck im Hotel ab.
    Tobi will noch ein Geschenk kaufen. Wir endeckten auch noch einen Frisör, der Tobi mal wieder auf Zivilisation getrimmt hat. So verging der Tag mit Nichtstun. Um 20.00 Uhr brachte mich der Shuttle, nach kurzer Verabschiedung von Tobi, Bus zum Flughafen. Die Sicherheitsleute wurden richtig pampig und laut als ich mein Feuerzeug zum durchleuchten aufs Band legte. Das Gate glich einer Eiskammer so dass schon hier Socken und Pullover anziehen musste. Um 6.30 landete ich in Frankfurt.

    Ihr
    Werner Wick

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  • Gastbeitrag: Besuch bei Tobi (Teil 1)

    Geschrieben am 19. März 2010 admin 2 Kommentare

    Ein Gastbeitrag von Werner Wick.

    Ankunft
    Am 06.03.20210 landete mein Lufthansaflug LH566 gegen 18.30 Uhr, mit zwei Stunden Verspätung in Accra. Der Schneefall in Frankfurt führte zu Verzögerungen. Tobi winkte mir gleich hinter der Zollkontrolle aus der Menge. Tobi? Besser gesagt was von ihm übrig ist. Vielleicht sind es ja noch 50 kg. Eher nicht. Nach dem ersten Schock und der Begrüßung ging es dann mit dem Shuttlebus ins Golden Tulip. Dort wieder eine Überraschung. Unser Zimmer ist noch nicht verfügbar. So müssen wir leider für eine Nacht in der Präsidentensuite übernachten. Schnell noch ein Bier an der Bar und dann ab ins Bett.

    Tag 2 Sonntag Accra
    Ein ausgiebiges Frühstücksbüffet mit allem was man sich wünscht. Dann will mir Tobi Accra zeigen. Was die Nacht gnädig verschleiert, offenbart der Tag. Accra – Man muss es nicht unbedingt gesehen haben. Das Einzige was vernünftig aussieht sind Regierungs-
    bauwerke. Nicht abgedeckte Abwasserkanäle und Schlaglochpisten auf den Nebenstraßen, Stau und Smog auf den Hauptstraßen. Straßenhändler versuchen zuhauf an den Kreuzungen ein Paar Bananen, Steinschleudern oder was auch immer zu verkaufen.
    Wir besuchen das „Rising Phoenix“, eine Herberge sehr schön über den Klippen von Accra gelegen. Tobi hat hier schon öfter übernachtend. Als er mir ein Zimmer zeigt   stellt sich mir die Frage: Sind die hellen Flecken im Laken Auswaschungen oder die dunklen Flecken Eintragungen? Überhaupt scheint es hier alles zu geben, was in Ghana unter strenger Strafe steht. Aber die Rastafari sind freundlich zugedröhnt und die Damen nicht zuhause. An den Strand wollte ich nicht, aufgrund der grauen Farbe des Sandes. Die Zweimillionenstadt Accra hat keine Kläranlage. Nach einer Fanta gingen wir dann zum Souvenirmarkt. Ramsch, Kitsch und aufdringliche Typen, nix wie weg. Dann noch ein Besuch des Nkruma Mausoleums (Nkruma führte Ghana in die Unabhängigkeit) ein echter hingucker in Accra. Ich bin erstaunt, dass es mitten in Accra Bäume gibt, die über und über von Fliegenden Hunden bevölkert werden. Diese Tiere starten pünktlich um 18.00 Uhr zu Millionen in den Himmel. Ihr Ziel sind die Kilometer entfernten Fressplätze im Dschungel. Den Abend rundet ein wunderbares Abendessen im Restaurant Monsoon ab. Tobi schafft mühelos 34 Sushiröllchen!! Muss ja wieder in Form kommen. Die Fischplatte einfach köstlich. Noch ein paar Runden im Pool und dann ins Bett.

    Lesen Sie ab morgen, dem 20. März 2010 den zweiten Teil des Gastbeitrages – Nur hier bei Experience Ghana!

    Ihr
    Werner Wick

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  • Früher Morgen in Akwatia

    Geschrieben am 17. März 2010 admin 4 Kommentare

    Es ist 7:40 Uhr morgens, Akwatia bereitet sich auf das tägliche Diamantengeschäft vor, die ersten Läden sind eröffnet, im Krankenhaus kehrt Leben ein. Ich komme gerade von der Arbeit.
    Richtig gelesen, ich habe am Montag und Dienstag die Frühschicht (7.30 Uhr bis 13.30 Uhr) und von gestern auf heute noch die Nachtschicht (20 Uhr bis 8 Uhr) übernommen. Mindestens für den Rest der Woche verbleibe ich noch in der Nachtschicht.
    Die Nachtschicht im Kinderkrankenhaus unterscheidet sich grundsätzlich von der Früh- oder Nachmittagsschicht. Als ich um 20 Uhr eingetroffen bin, lief bereits der Fernseher in der Lobby, wo die meisten Kinder auch versammelt waren. Kurz darauf wurden die Kinder dann wieder in die Zimmer geschickt, um zu schlafen. Gegen 22 Uhr gab es dann “Candytime” – Die Medizin wurde ausgeteilt. Keine große Sache – Sollte man meinen… Allerdings könnt ihr euch sicher vorstellen, wie kleine, kranke Kinder reagieren, wenn man sie mitten in der Nacht “wachschlägt” und ihnen einen übelschmeckenden Saft verabreicht. Ziemlich oft kam der Saft dann nämlich wieder in Richtung Team geschossen. So dauert die ganze Prozedur rund 2 – 3 Stunden, vor allem, weil die Schwestern immer wieder wegen der undeutlichen und ungenauen Angaben auf dem Zettel nachfragen müssen, ob Bett 4 oder 5 gemeint ist und welches Bett überhaupt welche Nummer hat.

    Auf einen kleinen Zettel wird von der Oberschwester aufgekritzelt, welches Kind welche Medikamente bekommt.

    Gegen 1 Uhr morgens konnte ich dann schlafen – Für ungefähr zwei Stunden. Denn dann kam aus allen Richtungen Geschrei und ein starker Uringeruch stieg mir in die Nase. Ich fühlte mich schuldig, so lange geschlafen zu haben und wollte zu den Anderen (Eine Oberschwester mit dem Gesicht von Dirk Bach und drei von der Schwesternschule) gehen, um meine Hilfe anzubieten, doch die lagen alle in tiefen Träumen vor dem Fernseher. Erst gegen 6 Uhr morgens war es dann wieder Zeit für Medikamente, gegen 7.30 Uhr kamen dann die Ersten von der Frühschicht sowie die “Tagesoberschwester”. Nachdem mich Einige Schwestern gelobt haben, die Nachtschicht so gut überstanden zu haben schickte mich die Oberschwester nach Hause, ich solle mich doch ausruhen.
    Das Krankenhaus steckt momentan außerdem in Schwierigkeiten, die ghanaische Krankenversicherung hat bereits seit drei Monaten nicht mehr bezahlt.
    Ich würde auch gerne Bilder von der Kinderstation einstellen, aber entweder würden sie die meisten Besucher ziemlich anwidern oder Pädophile auf meinen Weblog locken. Ich versuche dennoch, im nächsten Beitrag ein paar allgemeine Bilder zu veröffentlichen.

    Jetzt gehe ich mich erstmal ein wenig ausruhen, in nicht einmal drei Stunden ist nämlich wieder Arbeitsbeginn!

    Bis bald,
    Tobias Kloy

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  • Waisenhaus 2.0

    Geschrieben am 15. März 2010 admin 5 Kommentare

    Es ist Montagmorgen, 6.02 Uhr. Der Radiosender Peace FM spielt seine Erkennungsmelodie bereits zum fünften Mal hintereinander, mein Gastvater brüllt seine Kinder an, es riecht nach verbranntem Müll. Und außerdem klingelt mein Wecker schon seit einiger Zeit… Warum denn eigentlich? Achso, mein erster Arbeitstag.

    Auf dem Weg zur Dusche denke ich nochmal über die Angaben meiner Organisation nach, welche sich nun fast alle als falsch herausgestellt haben: Fließendes Wasser gibt es hier schon lange nicht mehr, ein Fernseher ist nicht frei verfügbar, das Projekt liegt anstatt 1,20 Stunden mindestens 4 Stunden von Accra entfernt und noch viele, weitere Details…
    Nachdem ich mich mit einem Eimer Wasser gewaschen und mein Brot aufgegessen habe, gehe ich mit Katie und den Anderen in Richtung Krankenhaus, um 7.30 Uhr ist Arbeitsbeginn. Katie ist in meiner Gastfamilie, sie kommt aus den Usa und jedes dritte Wort ist ein Schimpfwort. Besonders lustig ist es, wenn Sie mit einer Britin diskutiert, welche perfektes Oxford-Englisch spricht.
    Der Schwestern-Koordinator, bei dem ich mich zu melden hatte, fand es interessant, dass ich für rund 7 Monate in einem Waisenhaus gearbeitet habe, deswegen ist mein neuer Arbeitsplatz zunächst die Kinderstation, welche Kinder zwischen 6 Monaten und 16 Jahren aufnimmt, auch eine Intensivstation gehört dazu.
    Beim Eintreten in das Gebäude fällt mir sofort das Geschrei auf, dass aus allen Richtungen kommt, ich melde mich bei der schichtleitenden Schwester an und soll erstmal warten. Nach 15 Minuten zeigt man mir die Abteilung und bittet mich, beim Bettwechseln (Blutige und urinhaltige Bettlaken austauschen) zu helfen. Danach durfte ich beim Verbandwechseln, Branntwunden versorgen und Fädenziehen (Meist an den unangenehmsten Stellen) zusehen und bei Kleinigkeiten mithelfen.Der Rest des Tages bestand aus Zusehen, Fiebermessen, Saubermachen, Röntgenunterlagen suchen und Kinder auf die Toilette begleiten, gegen 12 Uhr kommen die Ärzte und wenn alles in Ordnung ist, ist dann gegen 13 Uhr Einlass für die Eltern und Schichtwechsel – Feierabend für mich also.
    Als Fazit für den ersten Tag kann ich sagen, dass es am Morgen sehr hektisch zugeht und im Laufe des Vormittags eher langweilig wird, außerdem muss man hier unbedingt Blut und andere unangenehme Sachen sehen können. Wichtig ist auch, dass Schicksal der Kinder nicht zu nahe an sich herangehen zu lassen, unabhängig, ob im Patientenordner des dreijährigen Jungen bereits ein Vermerk “Hiv” eingeschrieben ist.
    das Kinderkrankenhaus wird meine erste Station sein, außerdem werde ich mir in den nächsten Monaten Operationen anschauen und ggf. mithelfen und im Labor arbeiten.
    Die Hygiene in dem von der deutschen katholischen Kirche geförderten Krankenhaus ist besser als erwartet, auch wenn die Hälfte aller Seifenspender defekt oder leer waren (Und grundsätzlich mit abgelaufener Seife gefüllt), wurde ich fast immer angewiesen, Einmalhandschuhe und Mundschutz zu tragen, vor einem kleinen Ausschlag an den Armen am Morgen hat es mich zwar nicht bewahrt, aber sonst ist heute wohl nichts Schlimmeres passiert.

    Entschuldigung bitte, dass ich die Geschichte mit dem STC-Bus vergessen habe, es war so:
    Zwischen Kintampo und Kumasi, als wir eine Ortschaft verlassen wollten, hörten wir plötzlich drei Schüsse. Der Busfahrer sorgte sofort für eine Vollbremsung, während einer der beiden Polizisten, die an Bord waren, nach Verdächtigen Personen suchte und der Andere den Bus sicherte. Nach rund 45 Minuten konnte jedoch Niemand entdeckt werden, die Fahrt ging weiter. Vermutlich hatte man versucht, unseren Bus zu überfallen.

    Anbei noch ein Video:

    Bis bald,
    Tobias Kloy

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  • “Spätrömische Dekadenz”?

    Geschrieben am 12. März 2010 admin 2 Kommentare

    Seit heute bin ich in meiner neuen Gastfamilie, Akwatia ist…
    Zuerst möchte ich aber über die letzten Tage berichten:
    Ich war mit meinem Vater im Golden Tulip Hotel in Accra. Man muss sagen, im Gegensatz zum noch teureren Novotel (Aktuell rund 240 USD im Vergleich zu 160 USD in der Tulpe) ist dieses Hotel wirklich nahe an der Perfektion. Es ist sehr gut geführt. bietet anständige Zimmer und eine schöne Anlage an. Ich wäre aber nicht ich, wenn ich nichts zu meckern hätte: So wird den Kellnern das Trinkgeld, wenn man eine Rechnung auf den Raum schreibt, wieder abgenommen und geht an das Golden Tulip, die Räume riechen ein wenig wie alte Raucherzimmer, die chemisch gereinigt wurden und an der Poolbar wimmelt es von Prostituierten. Alles in allem für Ghana trotzdem ein super Hotel. In der ersten Nacht hatten wir, weil kein Zimmer frei war die Präsidentensuite mit zwei Fernsehern, “Partybett”, Whirlpool und vielem mehr. Sie kostet eigentlich 500 USD je Nacht.
    Auch in den Kakum Nationalpark sind wir gefahren. Auch wenn der Fahrer von der Autovermietung sehr, sehr riskant gefahren ist (Foto 1: Toyota wirbt mit Tragödien) sind wir gut angekommen und auch nicht die 30 Meter hohen Hängebrücken, welche mittlerweile ein wenig durchhängen, abgestürzt.
    In Kürze folgt noch ein Video, welches jetzt aber nicht ganz fertig ist.
    Jetzt zu Akwatia: Auch wenn man von spätrömischer Dekazenz sprechen kann, scheint Akwatia keine schlechte Partie zu sein: Das Haus meiner Gastfamilie hat zwar schon bessere Zeiten gesehen, in meinem Zimmer steht ein wenig Gerümpel, aber es kommt Strom aus der Wand, ich habe einen Ventilator und ein eigenes Zimmer. Man kann sehen, dass Akwatia ein wohlhabenderer Ort ist. Ich habe zwar noch nicht viel davon gesehen, aber auf den ersten Blick sieht man keine Lehmhütten. Auch mindestens fünf Volunteers gibt es hier. Ich habe einen guten ersten Eindruck, mal sehen, was ich in ein paar Tagen berichten kann. Auch wenn es auf dem Bild (Bild 2) ein wenig verfälscht ist, geht gerade in diesen Sekunden hier die Welt unter – Akwatia ist von einem wunderschönen Regenwald umgeben.
    Ich melde mich sehr bald wieder mit Bildern, eine Sache noch: Mein neuer Name für die Region, in der ich lebe ist Yaw (Wie “Jau”), ich bin ja an einem Donnerstag geboren.

    "Über 70 Personen starben hier - Gaspedal hängte?"

    "Über 70 Personen starben hier"

    In Wirklichkeit doppelt so dunkel

    In Wirklichkeit doppelt so dunkel

    Bis bald,
    Tobias Kloy

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  • Akim-Oda wurde gekippt

    Geschrieben am 10. März 2010 admin 6 Kommentare

    Syto wollte mich eigentlich nach Akim-Oda schicken – Seit gestern steht aber fest, dass dies nicht der Fall sein wird.
    Gesternging ich mit meinem Vater zur Syto (Meiner Organisation), um zu erfahren, wann und wie ich in das neue Projekt kommen würde.

    Syto ist wirklich keine gute Organisation. Ich kann jedem nur von ihr abraten. Man kann in Ghana keine Hilfe von Syto erwarten. Mein Vater nennt sie sogar “Menschenhändler”, was im Prinzip gewagt , aber nicht zu weit von der Wahrheit entfernt ist. Zumindest kenne ich keinen von meiner Organisation, der wirklich überzeugt ist.

    Nachdem mein Vater angedroht hat, dass ich nach Hause gehen würde, wenn meine Zeit in Akim-Oda schlecht werden würde, hat Tina, welche die Leiterin von Syto ist gesagt, wir sollten am Nachmittag nochmal vorbeikommen, ich würde dann ein neues Projekt bekommen.
    Später bei der Organisation habe ich dann das Infoblatt ausgehändigt bekommen und Tina hat sehr lange deutlich gemacht dass das Projekt und die Gastfamilie das Beste seien, was im Sortiment sei. Wie sie mit der Familie telefoniert hat, um mich anzukündigen soll meine Ja, klar, schick ihn uns, wir werden uns sehr gut um in kümmern” gesagt haben.
    Mit dem Satz “In ein paar Tagen ruft Tobi Sie an und wird von dem Projekt schwärmen” verabschiedete sich Tina dann von uns.
    Doch nun die Informationen über mein neues Projekt: Ich werde in einer Kleinstadt zehn Kilometer von Bode (Rund 17.000 Einwohner hat Bode) leben, dort gäbe es eine Amerikanerin und eine Deutsche in der Gastfamilie, welche aus einem Ehepaar und drei Kindern besteht. Mein Gastvater ist Diamantenhändler. Auch Strom, Leitungwasser etc. soll es laut meiner Information geben.
    Ich werde dort in einem Krankenhaus, welches zehn Minuten entfernt ist, arbeiten. Die einzigen Haken: Ich muss von 7.30 Uhr – 15.00 arbeiten – Manchmal auch länger – Und es gibt keine Postanschrift, eventuelle Briefe oder Rettungspakete, bestehend aus deutschem Essen müssen an Syto gesendet werden.
    Mal schauen, wie es wird, ich weiß nur, dass Akim-Oda irgendein großes Problem bereitgehalten hätte.
    Am Freitag werde ich morgens von der Organisation zu meiner Gastfamile gebracht.

    Im nächsten Beitrag folgt dann auch endlich die Story über die Busfahrt und auch einige, neue Bilder – Schaut also regelmäßig vorbei – Experience Ghana ist der größte, deutsche Ghana-Weblog!

    Bis bald,

    unterschrift

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  • Mein neues Projekt

    Geschrieben am 6. März 2010 admin 7 Kommentare

    Es ist jetzt 6 Uhr morgens und ich sitze im Golden Tulip Hotel. Mein Bus aus Tamale ist vor einer Stunde angekommen und es ist während der Fahrt etwas ziemlich merkwürdiges passiert. Ich habe aber versprochen, über mein neues Projekt zu berichten und komme auf das ungewöhnliche Ereignis im nächsten Artikel zu sprechen.
    Ich mag es auch nicht unnötig spannend machen: Ich werde in Akim-Oda in der Eastern Region im Krankenhaus arbeiten.
    Zu meinen Aufgaben ist nur gesagt, dass ich nach Einweisung eines Arztes in den Krankenzimmern arbeiten werde, meine Arbeitszeit ist von 8 bis 3 Uhr und gelegentlich wird es wohl auch Wochenendarbeit geben.
    Akim-Oda ist die Hauptstadt des Disctrictes und hat rund 50.000 Einwohner. Meine Organisation sagt, es wäre ungefähr eine Stunde von Accra entfernt.
    Meine Gastmutter ist Händlerin und ich werde in einem Haushalt mit fünf Frauen zwischen 14 und 80 Jahren leben. Wenn die Informationen stimmen gibt es im Haushalt Strom, fließendes Wasser, WC, Dusche, Fernseher, Kühlschrank und Ventilatoren.
    Allerdings sind in dem Infoblatt keine Angaben über mögliche. andere Freiwillige und über die Distanz zur Arbeitsstelle vermerkt – Vielleicht wird es noch die ein oder andere Überraschung geben. Los geht’s dann nächste oder übernächste Woche.

    Ich melde mich wieder mit einem interessanten Artikel über eine STC-Reise,
    unterschrift

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  • Goodbye Kpasenkpe

    Geschrieben am 4. März 2010 admin 1 Kommentar

    Es ist Mittwoch, der 3. März 2010, ungefähr neun Uhr morgens. Ich sitze mit Joreth im Taxi und fahre für das letzte Mal auf der Sandpiste nach Walewale. Die Fahrt dauert ungefähr zwei Stunden, lange genug, um ein wenig über die vergangene Zeit im Dorf und dem Wuti Waisenhaus nachzudenken.

    Vor ungefähr einem halben Jahr saßen Anne und ich nebeneinander erst im Tro-Tro, dann im Taxi und je weiter wir Richtung Dorf gefahren sind, desto geschockter wurden wir. Wir wurden allerdings freundlich empfangen und haben uns auch schnell an den geringen Lebensstandard gewöhnt. Sabine, die bereits seit einigen Wochen im Dorf war, hat uns alles Wichtige erklärt und uns das Waisenhaus gezeigt. Schon am Anfang fragte ich mich, ob ich es wirklich ein Jahr in Kpasenkpe aushalten würde.
    Zu Beginn bestand die Arbeit im Kinderheim hauptsächlich aus Unterrichten, weil gerade “Sommer”-Ferien in Ghana waren. Zu der Zeit waren wir morgens und abends arbeiten. Wie die Schule wieder begann, konnten wir nur noch nachmittags zum Wuti-Waisenhaus gehen, ganz am Ende durch Temperaturen von über 40 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit erst gegen 16 oder 17 Uhr.
    Für kurze Zeit habe ich auch in der Schule unterrichtet, durch die große Sprachbarriere und Klassengrößen von über 40 Schülern jedoch keinen Gefallen daran gefunden.
    Während meiner Zeit im Dorf war Malaria immer wieder ein großes Problem, einmal wäre es möglicherweise ziemlich böse ausgegangen, wie ich sehr hohes Fieber und etliche andere Symptome hatte und das Dorf wegen der zu dem Zeitpunkt unpassierbaren Straße nicht verlassen konnte. Malarone hat mich dann aber doch noch in letzter Sekunde gerettet.
    Selbstkritisch muss ich aber sagen, dass ich in der relativ langen Zeit nicht viel verändern konnte. Gerade am Ende fehlte mir die Motivation und die Freude an der Arbeit, immerhin weiß ich jetzt, dass ich später wohl kein Kindergärtner werden möchte.

    Gerade als ich mich fragte, ob ich das Dorf vielleicht doch ein bisschen vermissen werde und mir über mein neues Projekt im Süden nachdenke, werde ich aus den Gedanken gerissen: Unser Taxi hat eine Panne.

    Ihr erfahrt im nächsten Beitrag, wo ich in Kürze wohnen und arbeiten werde!
    Am Freitag fährt mein STC-Bus nach Accra, wenn alles klappt, komme ich dann am Samstagmorgen an. Mein Vater kommt für fünf Tage und landet um 16:10 Uhr, also gibt es noch einen Puffer für eventuelle Pannen. Allerdings gilt Murphys Gesetz meistens in Ghana. Vor allem diese Thesen:

    - Wenn etwas schiefgehen kann, wird es das auch.
    - Die Wahrscheinlichkeit des Geschehens steht in umgekehrtem Verhältnis zum Wunsch

    Übrigens wurde erst letztens ein STC-Bus überfallen. Die mit Pistolen bewaffneten Verbrecher haben die Straße blockiert und alle Insassen ausgeraubt.

    Hier noch ein Foto aus dem Waisenhaus:

    Alex und Razaak

    Alex und Razaak

    Bis bald,
    unterschrift

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  • Ein Dorfrundgang

    Geschrieben am 1. März 2010 admin 3 Kommentare

    Hier ein zweites Video – Diesmal filme ich den täglichen Weg und die Ankunft im Waisenhaus.
    Weitere Beiträge über meinen Projektwechsel erhaltet ihr in den nächsten Tagen.

    Bis bald,
    Tobias Kloy

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  • Bewegte Bilder

    Geschrieben am 25. Februar 2010 admin 3 Kommentare

    Ich habe mal ein paar Sequenzen von dem Tag, an dem wir nach Tamale gefahren sind, aufgenommen.
    Die Bild- und Tonqualität ist miserabel, aber mit einer Digitalkamera, Windows Movie Maker und einer Bandbreite von 5 kb/s ist eben nicht mehr drin. ;-)

    Bis demnächst,
    unterschrift

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